„Unter Transfer verstehen wir den freiwilligen Austausch von Technologien, Wissen, Ideen und Erfahrungen zwischen Hochschulen und Akteur*innen aus der Praxis. Zur Praxis zählen Wirtschaft, Politik, Verwaltungen, Kommunen, Verbände, Bildungseinrichtungen und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen, Initiativen und Bürger*innen. Der Austausch dient vorrangig der Bearbeitung praktischer Probleme aus der Gesellschaft.“
„Die Gestaltung der Transferaktivitäten, d.h. der Interaktion zwischen Hochschul- und Praxisakteur*innen […] kann anhand ihrer Komplexität beschrieben und unterschieden werden. […] Es können grob drei Komplexitätsgrade unterschieden werden: Angebotsorientierung (geringe Komplexität), Austausch (mittlere Komplexität) und Ko-Produktion (hohe Komplexität).“
Leitfaden Transfer HochN, S.20, 31f (2021)
Autor: Lea Fischer
Im "Reflexionsrahmen für Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung" konkretisiert „Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungsorganisationen (LeNa)" nachhaltiges Forschungsverständnis folgendermaßen:
„Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung: Forschung, die in Bezug auf ihre Konzeption, Durchführung und Ergebnisse ihre gesellschaftlichen Wirkungen (insbesondere anhand ethischer Kriterien) reflektiert.
Forschung für eine Nachhaltige Entwicklung: Forschung, die einen Beitrag zu einer Nachhaltigen Entwicklung leisten kann (z.B. Klimaforschung, Forschung zu Abwasseraufbereitung oder Ungleichheitsforschung).
Nachhaltigkeitsforschung: Forschung, die sich in ihrer Themenwahl, Konzeption, Durchführung und Wirkungserwartung an Nachhaltigkeitsproblemen ausrichtet und explizit zu deren Lösung beitragen möchte (Forschung zu nachhaltiger Mobilität, nachhaltigem Konsum oder nachhaltiger Landnutzung etc.).“
Leitfaden Forschung HochN, S.28 (2018)
„Im Sinne eines gesamtinstitutionellen Vorgehens (Whole Institution Approach) kann Nachhaltigkeit nicht verordnet werden, sondern bedarf der Gestaltung und Entwicklung durch alle hochschulischen Akteur*innen. Entscheidend hierfür sind die Begegnung auf Augenhöhe unabhängig von Hierarchieebenen, der Wissensaustausch und die gemeinsame Arbeit innerhalb der dafür etablierten Arbeits- und Austauschformate.“
„Fünf Dimensionen prägen in entscheidender Weise die Erfolgsaussichten hochschulischer Nachhaltigkeit: 1. Politik: Wie wird Nachhaltigkeit innerhalb und außerhalb der Hochschule verankert und legitimiert? 2. Profession: Inwieweit und wie werden fachliche Perspektiven und Kompetenzen verknüpft? 3. Organisation: Wie werden kooperative Arbeit und Aufgabenwahrnehmung ermöglicht? 4. Wissen: Wie wird erforderliches Wissen erschlossen und kompetent genutzt? 5. Öffentlichkeit: Wie wird ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von nachhaltiger Hochschulentwicklung erreicht?„
Leitfaden Forschung HochN, S.24,32 (2020)
"Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ermöglicht Menschen, zukunftsfähig zu denken und zu handeln, also die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die lokale Umwelt und auf Menschen in anderen Erdteilen zu verstehen, sich die Auswirkungen auf zukünftige Generationen vorstellen zu können, und daraufhin verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können. BNE bereitet Menschen darauf vor, aktiv mit den Problemen umzugehen, die eine Nachhaltige Entwicklung unseres Planeten bedrohen, und gemeinsam Lösungen für diese Probleme zu finden. BNE befähigt, die ökologischen, sozialen, ökonomischen, und kulturellen Aspekte der Herausforderungen unserer Zeit in ihrer Gesamtheit zu betrachten und unter Berücksichtigung von Abhängigkeiten, Zielkonflikten, und Trade-offs Wege zur Veränderung zu finden. BNE bedeutet also das „empowerment“ (die Förderung der Befähigung) als Akteur des Wandels („change agent“) an der Transformation zu sozial gerechteren und ökologisch integren Gesellschaften aktiv teilzunehmen." Leitfaden Lehre HochN, S.24 (2020)